Hallo Herr Rabe“ so begrüßte in den ersten Monaten der damalige Referent Jürgen Mainka nach Projektstart im Herbst 1997 des Öfteren Michael Holzhofer, den Projektleiter des Projektes RABE. Was am Anfang zu Irritationen führte, sorgte im Verlauf der Jahre für das eine oder andere Schmunzeln und Augenzwinkern, wenn sich Jürgen Mainka und Michael Holzhofer zu den unterschiedlichsten Anlässen begegneten. Inzwischen ist Herr Mainka aus dem Berufsleben ausgeschieden, das Projekt besteht aber nach wie vor und ist inzwischen zu einem festen Bestandteil in der beruflichen Orientierung von Jugendlichen in Schweinfurt geworden.

RABE steht für Regionale Anlaufstelle zur beruflichen Eingliederung, befindet sich in Schweinfurt in der Ignaz-Schön-Straße 28 und ist eine niedrig­schwellige Beratungsstelle für junge Menschen aus Schweinfurt, die sich auf ihrem Weg ins Berufsleben befinden und dabei Unterstützung benötigen. Der Altersdurchschnitt der Jugendlichen liegt bei 19 Jahren. In den zwanzig Jahren konnten rund 1600 Jugendliche unterstützt werden. 30% der Jugendlichen mündeten in eine betriebliche oder schulische Ausbildung oder nahmen eine sozialversicherungspflichtige Arbeit auf.

RABE wurde damals durch die Gesellschaft zur beruflichen Förderung Schweinfurt mbH (kurz: GbF) konzipiert und beim Bayerischen Arbeitsmarktfonds beantragt. Der Förderzeitraum für die Anschubfinanzierung betrug drei Jahre und alle hofften gegen Ende des Förderzeitraums, dass das Projekt „vielleicht noch einmal verlängert werden würde“. Nachdem eine Anschlussfinanzierung durch den Arbeitsmarktfonds aber von vorn­herein ausgeschlossen war, übernahmen die Agentur für Arbeit Schweinfurt sowie die Stadt Schweinfurt, ab Ende 2000 zu gleichen Teilen, die finanzielle Sicherstellung des Projektes. Seit dem Jahr 2009 ist die Stadt Schweinfurt der alleinige Geldgeber des Projektes, seit 2015 – im Rahmen von JUGEND STÄRKEN im Quartier – kofinanziert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

War zu Beginn des Projektes im Jahr 1997 vor allem der schwierige Arbeitsmarkt das Problem für eine erfolgreiche Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit, so sind es inzwischen die individuellen Voraus­setzungen, die die Jugendlichen mitbringen. Ziel der Beratung ist immer die berufliche Integration der jungen Menschen. Um dies zu erreichen, bieten die Mitarbeiter von RABE Beratung, Unterstützung und Begleitung auf diesem Weg an. Am Anfang der Zusammenarbeit wird mit dem Jugendlichen die aktuelle Problemlage erörtert und eine gemeinsame Lösung erarbeitet. Dabei spielt auch die Vermittlung und die Zusammenarbeit mit geeigneten Fachstellen eine wichtige Rolle. Im weiteren Verlauf soll durch eine intensive Einzelfallarbeit und eine lösungsorientierte Beratung, eine Beseitigung der vorhandenen Integrationshemmnisse erreicht werden, um im Idealfall eine passgenaue Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit zu ermöglichen. Eine besondere Herausforderung ist dabei, die jungen Menschen zu ermutigen und in ihrer Veränderungsbereitschaft zu bestärken. Neben der Entwicklung sozialer Kompetenzen steht vor allem die Bearbeitung der vermittlungshemmenden Problemlagen im Vordergrund.

Eine besondere Rolle in der nun mehr zwanzigjährigen Arbeit von RABE spielte und spielt das Netzwerk. Um in diesem Arbeitsfeld erfolgreich sein zu können, ist es notwendig, gut und zielorientiert mit anderen Institutionen, wie beispielsweise dem Jobcenter oder der Berufsberatung, dem Stadtjugendamt, den Flexiblen Erziehungshilfen oder dem Jugend­richter, zusammen­zuarbeiten. Dass das Projekt nach 20 Jahren immer noch besteht, zeigt auf der einen Seite, dass die Arbeit der Mitarbeiter angenommen wird, das Angebot erfolgreich ist und die Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern sehr gut funktioniert, auf der anderen Seite aber leider auch, dass trotz des anhaltend guten Ausbildungs- und Arbeitsmarktes solche Hilfsangebote weiterhin gebraucht werden. Auch wenn das Projekt gerne überflüssig wäre, so zeigt der Arbeitsalltag, dass dies auf absehbare Zeit nicht geschehen wird. Zu hoffen bleibt, dass die Kommune diese Notwendig­keit ebenfalls sieht und das Angebot auch weiterhin finanziell unterstützt.

RABE und seine Mitarbeiter möchten die Gelegenheit nutzen und sich an dieser Stelle bei all denjenigen bedanken, die in den letzten zwanzig Jahren den Weg von RABE gekreuzt haben und die gemeinsam mit uns so manchem Jugendlichen ein Halt und eine Orientierung, in einer nicht immer ganz einfachen Zeit, waren.

Ein ganz besonderer Dank geht an die Leiterin des Stadtjugendamtes, Frau Albert-Wirsching, und dem Sachgebietsleiter im Stadtjugendamt, Herrn Thorsten Schubert, für die äußerst gute Zusammenarbeit und das entgegenbrachte Vertrauen in all den Jahren.

Zu guter Letzt geht ein Dank an die Jugendlichen selbst, die wir in dieser Zeit begleiten durften. Auch wenn die Ausgangssituationen oftmals kompliziert und verstrickt waren, so war die Zusammenarbeit immer wertschätzend und hat uns viel Spaß gemacht. Danke dafür ;)

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