Am 17. November 2016 fand der 19. Arbeitskreis Jugend in Bewegung, organisiert von dem Projekt RABE in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, bei der GbF Schweinfurt statt. Dieser Arbeitskreis ermöglicht eine Vernetzung aller Schweinfurter Institutionen, die sich mit der (beruflichen) Integration sozial benachteiligter Jugendlichen und jungen Erwachsenen befassen. Dieses Jahr stand der Nachmittag unter dem Motto „Herausforderungen in der Flüchtlingsarbeit“. Das Interesse an diesem sehr aktuellen Thema war sehr groß und so waren zahlreiche Vertreter von Bildungsträgern, des Jobcenters und der Arbeitsagentur, Kammern, Trägern der Jugendhilfe bis zur Bewährungshilfe anwesend.

Herr Schlereth stellte zunächst die aktuellen Ausbildungszahlen der Agentur für Arbeit vor. Es zeigt sich für die Jugendlichen ein erfreulicher Trend, da es derzeit mehr freie Ausbildungsstellen als Bewerber gibt. Auch hinsichtlich der Flüchtlingssituation in Schweinfurt und der Region konnte Herr Schlereth einiges berichten. Viele junge Flüchtlinge befinden sich derzeit in sogenannten BIK, Berufsintegrationsklassen, und werden 2018 für den Arbeitsmarkt frei. Einige Flüchtlinge profitieren auch schon heute von Unterstützungsangeboten wie der Assistieren Ausbildung (AsA) oder Einstiegsqualifizierungen (EQ), die es ihnen ermöglichen, beruflich integriert zu werden.

Anschließend berichtete Herr Montag, Referent für Schulen, Soziales einschl. Jobcenter und Jugend der Stadt. Er stellte die Erfahrungen in der Vermittlung von Flüchtlingen dar und zeigte auf, dass die Chance der Vermittlung in Ausbildung im Handwerk am größten ist. Außerdem beleuchtete er die Situation der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge sowie derer, die inzwischen volljährig geworden sind. Diese leben derzeit im Leopoldina Schwesternwohnheim. Da dieses geschlossen werden soll, ergeben sich hier neue Herausforderungen.

Im Anschluss daran berichtete Frau Morick-Kraus unter dem Titel „Junge Flüchtlinge und Asylbewerber in der Asylbewerberberatung“ von ihren Erfahrungen aus der Arbeit beim Beratungsdienst für Flüchtlinge und Asylbewerber der Diakonie Schweinfurt. Dabei standen insbesondere die Schwierigkeiten, die die Geflüchteten zu bewältigen haben, im Fokus. Diese reichen von eingeschränkter Alltagskompetenz und Sprachschwierigkeiten bis zu rechtlichen Hindernissen in der Anerkennung von Schul- oder Berufsabschlüssen. Leider scheint auch die 3+2-Regelung (Bleiberecht für drei Jahre Ausbildung und anschließende zwei Jahre Arbeit) keine Sicherheit mehr zu sein.

Aber auch eine erfreuliche Neuigkeit kam zur Sprache: Der Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wurde erleichtert, da die Vorrangprüfung nicht mehr stattfindet und das Arbeitsverbot nur noch für die ersten drei Monate gilt.

Frau Wolf-Montag vom IBF e.V. stellte außerdem das Projekt „Bildungslotsen“ vor. Das IBF bildet hierbei Migranten zu sogenannten Bildungslotsen aus, die es dann ermöglichen, ihren Landsleuten das komplexe bayerische Bildungssystem nahe zu bringen und außerdem als Dolmetscher bei Events zu fungieren.