Der Arbeitskreis „Jugend in Bewegung“ kam am 3. Dezember 2015 im Großen Sitzungssaal des Rathauses der Stadt Schweinfurt zum 18. Treffen zusammen. Die Mitglieder des Arbeitskreises waren ins Rathaus geladen, da im Rahmen dieses Treffens die offizielle Auftaktveranstaltung für das bundesweite ESF-Programm „Jugend stärken im Quartier“ durchgeführt wurde, an dem sich die Kommune beteiligt. Herr Oberbürgermeister Sebastian Remelé begrüßte die Teilnehmenden, gab eine Einführung in das Gesamtprojekt und machte deutlich, dass die übergreifende Kooperation der kommunalen Stellen mit Bildungs- und Jugendhilfeträgern ein Novum sei und neue Chancen für die Zielgruppe eröffne. Anschließend stellten die Projektmitarbeiter die beteiligten Projekte dem Plenum vor.

Im zweiten Teil der Veranstaltung berichtete Herr Schlereth, Agentur für Arbeit, von den aktuellen Entwicklungen am Ausbildungsstellenmarkt. Deutlich wurde, dass die entspannte Ausbildungsstellensituation sich fortsetzt. Jedoch gebe es viele schwache Auszubildende, die nun eine Ausbildungsstelle erhielten, diese jedoch abbrechen müssten, da sie die Anforderungen nicht erfüllen könnten.

Ein Schwerpunktthema, das die Beteiligten in nächster Zeit intensiv beschäftigen wird, waren die Schwierigkeiten, die sich auf dem Weg der Integration der Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt auftun. Herr Schlereth zeigte auf, welche Möglichkeiten es bereits gibt und gab einen Ausblick auf die Planungen der Agentur für Arbeit, die ständig weiterentwickelt würden. Er sprach an, dass mehr Zeit zum Spracherwerb eingeplant werden müsse. In der Praxis tauchten bei den wenigen, in Ausbildung vermittelten jungen Flüchtlingen erhebliche Schwierigkeiten auf. Die Möglichkeit von Fördermaßnahmen sei jedoch vom Aufenthaltsstatus der Betroffenen abhängig.

Im Anschluss berichtete Frau Braun vom Jobcenter der Stadt Schweinfurt, dass die Vermittlung in Ausbildung im vergangenen Jahr u. a. durch das flächendeckende Mittelschulprojekt ProPraxis sehr erfolgreich gewesen sei. Sie erläuterte anschließend, welche Möglichkeiten es für bereits anerkannte Asylbewerber, die – ebenso wie die sog. Kontingentflüchtlinge – die vollen Rechte und Pflichten des SGB II in Anspruch nehmen, gibt. Sie stellte heraus, dass seitens der Wirtschaft eine möglichst schnelle Integration gewünscht ist. In der Praxis sei dies aufgrund verschiedenster Probleme – allen voran die Sprachschwierigkeiten, aber auch z. B. die Unkenntnis von Maßeinheiten, unrealistische Berufswünsche u. a. – nicht realisierbar. Sie machte auf das fehlende Instrumentarium in Form von Förderketten aufmerksam.

Silke Vahlensieck-Lindner, Projekt RABE