Alle Jahre wieder leuchten auf der ganzen Welt Christbäume, um in der dunklen Jahreszeit die Geburt Christi zu feiern. Dieser mit Kerzen geschmückte Baum hat in Deutschland eine lange Tradition – war jedoch bis ins 19. Jahrhundert im Ausland völlig unbekannt. Doch sollte sich dies durch das fränkische Städtchen Coburg ändern. Dort wurde nämlich Albert von Sachsen-Coburg-Gotha geboren, der später die englische Königin Victoria heiratete. Die Traditionen des deutschen Weihnachtsfestes nahm er aus seiner Heimat mit ins Vereinigte Königreich und seither gibt es auch im Buckingham Palace einen Weihnachtsbaum. Schnell verbreitete sich der Christmas Tree über ganz England und durch den Kolonialismus und das British Empire auf der ganzen Welt. Dies ist nur eine Geschichte, die Integrationskursleiter Markus Schäfer seinen Teilnehmern bei einem Besuch im oberfränkischen Coburg näherbrachte. Nachdem die Gruppe am Bahnhof angekommen war, marschierte man durch die Stadt über die in Frost erstarrten Parkanlagen hoch zur Veste. Dort konnten die Migranten eine mittelalterliche Burganlage bestaunen, in der bereits der Reformator Martin Luther wohnte. Auch der Blick über das Coburger Land an diesem eisigen Dezembermorgen hatte seinen besonderen Reiz. Anschließend ging es zurück in die Altstadt, in der das Schloss Ehrenburg eine herausragende Stellung einnimmt.

Nach der Mittagspause ging es zur Stadtkirche St. Moriz, in der Schäfer christliche Traditionen und Symbole rund um das Weihnachtsfest direkt vor Ort erklärte. Bevor man wieder die Heimfahrt antrat, besuchten die Teilnehmer noch den Marktplatz und konnten das Bratwurstmännle auf dem Rathausdach in Augenschein nehmen, bis heute das Maß aller Dinge, wenn es um die Coburger Bratwurst geht. Ein Gang über den Weihnachtsmarkt und eine Stärkung mit heißem Punsch brachte dem Integrationskurs unmittelbar deutsche Kultur in der Vorweihnachtszeit näher. Im Schaufenster einer Konditorei konnte sogar ein Lebkuchenhaus bestaunt werden. Trotz der Kälte wurde es dann wieder warm ums Herz.