Einblicke in die tiergestützte Arbeit mit Hund in der GbF Bad Kissingen

Seit fast 2 Jahren begleitet Bandit sein Frauchen Angelika Meister in die GbF Bad Kissingen. Bandit ist ein 2-jähriger Australian Shepherd Rüde, der für verschiedene tiergestützte Aktivitäten bei den Auszubildenden der GbF eingesetzt wird. Bandit hat bereits, zusammen mit seinem Frauchen, eine Fortbildung zum Thema „Tiere als Kontaktbrücke – Möglichkeiten tiergestützter Interventionen bei jungen Menschen“ erfolgreich absolviert. Bevor Bandit zum Einsatz kam, wurde bei den minderjährigen Auszubildenden das Einverständnis der Erziehungsberechtigten zur tiergestützten Arbeit mit Bandit eingeholt. Zudem nehmen die Auszubildenden immer auf freiwilliger Basis die Angebote wahr.

Die Einführung in die Therapiehundearbeit begann, mit Unterstützung von der Kollegin Ramona Ziegler, welche Hundetrainerin ist, mit zwei Theorieeinheiten. In diesen lernten die Jugendlichen vieles über das Verhalten und den Umgang mit Hunden und es entstand auch das Plakat zum Umgang mit dem Therapiehund, welches seitdem das Foyer in der GbF Bad Kissingen ziert. Seitdem fanden bereits einige Gruppenstunden mit Bandit statt, in welchen die Auszubildenden z. B. das Thema „Ziele setzen“ mit Bandit gleich praktisch umsetzen konnten und das Ziel verfolgten, mit Bandit gemeinsam einen Parcours zu bewältigen.

Alle tiergestützten Einheiten werden dabei im Vorfeld genau geplant, Ziele formuliert und die Erreichung dieser auch kontrolliert. Auf den Fotos sieht man eine Gruppenstunde, bei welcher die Auszubildenden einen Parcours mit Bandit absolvieren mussten. Hierbei war es z. B. wichtig, die Aufmerksamkeit von Bandit auf die Aufgabe aufrechtzuerhalten, die richtigen Kommandos zum richtigen Zeitpunkt zu geben und selber korrekt durch den Parcours zu gehen. Die wohl schwierigste Aufgabe dabei war das Apportieren eines Futterbeutels, wobei es darauf ankam, mehrere Kommandos in der richtigen Reihenfolge hintereinander zu geben, diese auch durchzusetzen und auf die korrekte Ausführung zu achten.

Sehr wertvoll in der tiergestützten Arbeit ist die unmittelbare Rückmeldung, die vom Tier erfolgt, wodurch das eigene Verhalten und dessen Auswirkungen bewusster erlebt werden. Bandit reagiert z. B. nicht, wenn man das falsche Kommando gibt und die Auszubildenden lernen so, sich besser zu konzentrieren. Hinzu kommt, dass Bandit wertfrei auf jeden Menschen zugeht, man durch ihn leicht Zugang zu den Auszubildenden bekommt und er allein durch seine Anwesenheit auch im Team der Mitarbeiter immer für eine angenehme Arbeitsatmosphäre sorgt.

Bandit ist also am Standort nicht mehr wegzudenken, was auch folgende Zitate der Auszubildenden, welche immer schon gespannt auf die nächste Gruppenstunde mit Bandit warten, belegen: „Ich finde es eine sehr gute und sinnvolle Sache, da viele mit dem Hund aus sich raus kommen können“ schreibt eine Auszubildende nach der letzten Gruppenstunde mit Bandit. Eine Andere gab an durch Bandit zu lernen „mit klarer Stimme zu reden“. Viele der Auszubildenden sprechen auch von dem Spaß, den sie mit Bandit haben und dass er einen ablenkt und man durch ihn auf andere Gedanken kommt.

Auch die gesamte Reha-Abteilung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, welche den Standort Bad Kissingen am 30.05. besuchte, äußerte sich sehr positiv über unseren Ansatz der tiergestützten Aktivitäten und berichtete auch von positiven Erfahrungen anderer Einrichtungen diesbezüglich.